INFO

  • Motiv

    Im Güetli wird versucht, die Lebensweise der ersten Christen in der heutigen Gesellschaft umzusetzen: Wir suchen Bescheidenheit, praktische Umsetzung der Gleichwertigkeit als Menschen, eine Neudefinierung der Ansprüche und des Besitzes.

    Wir möchten die Ressourcen von uns allen nutzen und Menschen die Möglichkeit geben, an unserem Alltag teilzunehmen, ihn mitzugestalten. Über allem soll sichtbar sein: Der lebendige Gott wohnt unter uns.

  • Der Sinn der Sache

    Wir sind Empfangende und möchten das Empfangene weitergeben. Das Leben, das Gott, der Schöpfer, für uns geschaffen und bereit hat, soll möglichst vielen verschiedenen Menschen zugänglich sein: Wir wünschen uns, dass persönlicher Glaube an den Erlöser Jesus Christus sichtbar, gefunden und gestärkt wird, dass Ermutigung und Inspiration erfahren und Lernprozesse ermöglicht werden.

    Im Güetli soll es möglich sein, zur Ruhe zu kommen, Leben zu erfahren und neue Perspektiven zu gewinnen. Zudem sollen Menschen über das Güetli hinaus von dem profitieren, was uns geschenkt ist!

  • Geistliche Grundlagen

    Für ein Zusammenleben, das sich auch nach einer längeren Zeit nicht aufreibt, sondern stärkt und multipliziert, braucht es eine tragfähige Grund­lage. Diese haben wir in Gottes Reden durch die Bibel. Wir schöpfen aus ihr täglich sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft Orientierung und Kraft.

    Als evangelisch-reformiert geprägte Glaubensgemeinschaft orientieren wir uns an den Grundsätzen der Reformatoren, wie:

    «sola fide» – allein der Glaube
    «sola gratia» – allein die Gnade
    «solus Christus» – allein Christus
    
«sola scriptura» – allein die Bibel


    und: Die Bibel erklärt die Bibel.

  • Geschichte und Kontext

    Das Güetli ist Teil des Vereins Schweizerische Glaubensmission. Dieser hat seinen Ursprung in einer persönlichen Lebensgeschichte.

    Der junge Lehrer Albert Gossweiler vom Hasli­tal (BE) erlebt durch das Lesen von Gottes Wort und im Finden einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus innere Befreiung aus tiefer Depression. 1948 öffnet er nebenberuflich sein Chalet auf dem Hasliberg für Ratsuchende und engagiert sich im Aufbau von Gebets- und Bibelkreisen im Sinne einer unabhängigen, landeskirchlich orientierten Bewegung in der deutschen Schweiz.

    1960 Gründung der Schweizerischen Glaubensmission (SGM) und 1961 Kauf des Hotels Bellevue auf dem Hasliberg/Hohfluh, das re­noviert und als Erweiterung der Anfänge im Chalet genützt wird. Ein wachsendes, festes Team gesellt sich zur Lehrerfamilie. Eine kleine Bibelschule wird gegründet.

    Am 1. April 1968 zieht ein junges Team vom Hasliberg ins Unterland nach Rossau. Das kleine Bauerngut, das ihnen vom Verein SGM zur Verfügung gestellt wird, nennen sie «Güetli». Ihr Fokus ist die Jugend. Mit einer kompromisslos gelebten Christus-zentrierten Glaubensgemeinschaft wollen sie Jugendlichen eine Herausforderung und Hilfestellung zu einem persönlichen Glaubensleben sein. Dazu gehört auch, dass die sechs Teamglieder durch die Arbeit auf dem kleinen Bauernhof ihre Lebenskosten selber bestreiten.

    Ab 1987 beginnen Mitarbeiter des Güetli sich für die Diakonie in Ländern Afrikas einzusetzen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Mission am Nil dauert bis heute an.

    Stetig wachsen im Güetli mit den Jahren die Gemeinschaft und damit eine vielschichtige christlich-­gemeinnützige Tätigkeit und Einkommenszweige, die finanziell eigenständig erhalten.

    Wir möchten lebendig, offen und beweglich bleiben. Dabei sind wir überzeugt, dass Leben letztlich nicht machbar und planbar ist. Deshalb möchten wir mit Bewährtem sorgfältig umgehen, aber auch Neuem Raum lassen und es erwarten.

    Bei unserer heutigen Vielfalt von Generationen und Tätigkeiten sollen alle ihren Freiraum haben. Dies nicht zur egoistischen Selbstverwirklichung, sondern mit dem Ziel des gemeinsamen Bauens an Gottes Reich. Gottes Gegenwart und Sein Wort gibt uns dazu die Orientierung und Kraft.

  • Finanzierung

    Die strukturelle Ausgangslage, auf der wir unseren diakonischen Dienst ausleben, nennt sich nach alter Definition und Praxis Werkmission. Sie verfolgt das Ziel der möglichst hohen Selbstfinanzierung unserer personellen Kosten und der Ausgaben für den diakonisch-gemeinnützigen Beitrag. Das kostensparende Gemeinschaftsleben ist ein Beitrag, mit Ressourcen schonend umzugehen. «Teilen statt Besitzen» - davon sollen andere profitieren.

    Im Sinn dieser Werkmission hat sich das Unternehmen Güetli Hof entwickelt. Es erfüllt einen vielschichtigen Zweck und entspricht dem Anliegen, das Güetli als selbsttragendes Werk zu erhalten. Zum Güetli Hof zählen die Zierpflanzengärtnerei, der Gemüse- und Obstanbau, die Angus-Mutterkuh-, Milchvieh- und Schafhaltung sowie die Verarbeitung und Vermarktung unserer Produkte. Der Güetli Hof bildet auch die Grundlage für ein wichtiges natürliches Lernfeld, von dem Kinder, Teenager und junge Erwachsene profitieren.

    Es gehört zu unseren Grundsätzen als SGM, dass wir zur Finanzierung unserer Projekte und unserer Tätigkeiten weder Spendenaufrufe machen noch Hypotheken aufnehmen. Wir kommen mit Kost und Logis und einem bescheidenen, für alle gleich bemessenen Bedarfslohn aus. Die Sozialversicherungen werden vom Verein getragen. In Alter und Krankheit stützt uns die öffentliche Grundversicherung und die Vorsorge der für diesen Zweck vom Verein gegründeten Stiftung. Darüber hinaus sind wir als Glieder der Gemeinschaft füreinander besorgt und verpflichtet. Werden wir mit Spenden beschenkt, können damit Entwicklungsprozesse beschleunigt und diakonisch-missionarische Tätigkeiten ausgebaut werden.

  • Unser gemeinnütziges Potenzial

    Durch die handwerkliche Arbeit für unseren Lebensunterhalt, unseren gemeinsamen und bescheidenen Lebensstil wird Kapazität freigesetzt. Diese Ressourcen an Zeit und Infrastruktur sind unser Potenzial, das Dritten vor Ort oder an anderen Orten dienen soll. Unter der Führung des Heiligen Geistes, mit Kreativität und Mut möchten wir als Güetli auf die aktuellen Bedürfnisse in unserem Umfeld reagieren. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir nur als selber Lernende einen effektiven und sinnvollen Beitrag für Menschen leisten können.

    Dazu einige Bereiche unserer vielschichtigen Tätigkeiten:

    • Informelle Ausbildung und Förderung von Kindern und 
Jugendlichen, Schulklassen-Besuche, Time out
    • Besuchsdienst, Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenlsagen
    • Seelsorge-Angebot
    • Schüür - Unterkunft und Weiterkommen: Das Übergangs-Wohnangebot für Frauen in schwierigen Lebenslagen mit Unterstützungsangeboten
    • Benefiz-Brockenstube
    • Sammeln und Bereitstellen von Hilfsgütern - Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen
    • Angebote für Kirchen: Predigtdienste, Beiträge für Gottesdienst- und Jugendanlässe
    • Kurz- und Langzeiteinsätze von Mitarbeiter/innen in Zusammenarbeit mit der Mission am Nil
    • Vorbereitung junger Menschen für Hilfseinsätze mit Missionen und Hilfswerken

Lebenshausbroschüre


Erfahren Sie mehr über das GÜETLI Lebenshaus, unsere Ansichten, Hintergrundinformationen und unsere Erlebenswelten und Angebote.

Hier gibt es die Broschüre zum Download oder zum bestellen.